Eigentlich war doch alles gut.

Ich habe funktioniert. Ich habe alles hinbekommen. Und irgendwann wusste ich trotzdem nicht mehr, was mir eigentlich Spaß macht. Was ich möchte. Was eigentlich meins ist.

Es muss doch mich hier auch noch irgendwie geben.

Also habe ich nach Antworten gesucht. In Podcasts, in Kursen, bei anderen Menschen. Und irgendwann wusste ich theoretisch ziemlich viel.

Nur in meinem Leben hat sich dadurch noch nichts bewegt.

Ich brauchte nicht noch mehr Antworten.

Ich brauchte jemanden, der mit die richtigen Fragen stellt. Der mit mir tiefer schaut, auch mal den Finger in die Wunde legt und mich nicht mit der ersten Antwort davonkommen lässt.

Und gleichzeitig jemanden, bei dem alles sein darf. Der bleibt, wenn es unbequem wird oder Gefühle hochkommen. Damit ich hinschauen kann, ohne damit allein zu sein.

Da klopfte die Julia langsam wieder an.

Es gab nicht den einen großen Moment, in dem plötzlich alles klar war. Ich find an, Dinge auszuprobieren, mich mit neuen Themen zu beschäftigen und merkte: Das hier interessiert mich. Das hier bringt mich weiter.

Meine Neugier war wieder da. Ich wollte ausprobieren, lernen, weitergeben.

Ich hatte nichts verloren. Ich hatte dazugelernt.
Ich war noch da.

Heute weiß ich besser, wer ich bin.

Ich weiß besser, was mir wichtig ist. Wo meine Grenzen liegen. Was ich möchte. Und ich nehme mich selbst ernst – meine Gefühle, meine Bedürfnisse und auch die Momente, in denen ich erstmal überhaupt nicht verstehe, was gerade mit mir los ist.

Ich höre hin. Und ich nehme das, was ich dabei wahrnehme, an.

Nicht, weil ich auf alles eine Antwort habe. Ich lerne weiter und werde sicherlich auch in fünf Jahren Dinge über mich wissen, die ich heute noch nicht weiß.

Aber ich brauche mich nicht mehr mit anderen zu vergleichen, um herauszufinden, ob ich richtig bin.

Ich bin einfach ich.

Und dann ist da noch das Schwimmen.

Ich bin selbst Schwimmerin und war viele Jahre Schwimmtrainerin. Und rückblickend steckt darin erstaunlich viel von dem, wie ich heute Menschen begleite.

Wenn du vor mir durchs Wasser schwimmst, weiß ich nicht automatisch, was für dich richtig ist. Ich muss dich erst sehen.

Wie bewegst du dich? Was fühlt sich für dich selbstverständlich an? Wo wird es anstrengend? Wo könnte eine kleine Veränderung einen Unterschied machen?

Manchmal braucht es dafür eine andere Übung. Manchmal einen neuen Blick. Und manchmal nur einen kleinen Hinweis - und plötzlich macht etwas Klick.

Genau diese Momente liebe ich heute noch.

Heute sitzt du mir gegenüber. Mit deinem Leben, deinen Erfahrungen und all dem, was du längst über dich weißt - und manchem, was du selbst gerade noch nicht siehst.

Ich höre hin. Ich nehme wahr. Ich verbinde, was zusammengehören könnte, und zeige dir Perspektiven, die du selbst gerade nicht siehst. Und ich frage weiter, wenn ich merke, dass da noch etwas ist.

Ich habe mich zur systemischen Coachin ausbilden lassen. Und genau diese Haltung prägt meine Arbeit: Ich werde dir nicht sagen, wie du dein Leben leben sollst. Denn die Antworten liegen nicht bei mir. Sie liegen in dir.

Und wenn irgendwann dieser eine Moment kommt, in dem sich etwas verbindet und du plötzlich selbst siehst, was vorher noch nicht sichtbar war.

Genau dafür mache ich das.